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tanabata

Die Legende von Tanabata ist eine der bekanntesten Liebesgeschichten in Japan und basiert auf einem alten chinesischen Mythos. Sie erzählt die tragische Liebesgeschichte von Orihime, der Weberprinzessin, und Hikoboshi, dem Kuhhirten.

Orihime and Hikoboshi
From 100 Aspects of the Moon, by Tsukioka Yoshitoshi. Late 1800’s. (Public Domain)

Die schöne Orihime war die Tochter des Himmelsgottes Tentei und eine begabte Weberin, die ihre Tage damit verbrachte, Kimonos für die Götter am Amanogawa, dem Fluss des Himmels (der Milchstrasse) zu weben. Sie war so sehr in ihre Arbeit vertieft, dass in ihrem Leben keine Zeit für die Liebe blieb. Und doch sehnte sich Orihime nach Romantik. Diese Sehnsucht erfüllte sie mit Verzweiflung. Ihr Vater Tentei, der Himmelskönig, hatte Mitleid mit seiner geliebten Tochter. Er stellte ihr Hikoboshi, einen hart arbeitenden jungen Kuhhirten vor, der über den Stern Altair herrschte. 

Es war die perfekte Verbindung. Orihime und Hikoboshi verliebten sich auf den ersten Blick und verbrachten ihre Tage in glückseligem Spiel - unter völliger Vernachlässigung ihrer Pflichten. Schon bald beschwerten sich die Götter bei Tentei über den erbärmlichen Zustand der Kimonos und über die Verwüstungen, die Hikoboshis Kühe anrichteten, als sie durch den Himmel streiften. Tentei war wütend über die Nachlässigkeit der Liebenden. Als Bestrafung trennte Tentei das Paar und verbannte Orihime und Hikoboshi auf die gegenüberliegenden Seiten des Himmelsflusses, der sie fortan trennte. 

Sie kehrten zu ihren Pflichten zurück, aber Orihimes Herzschmerz machte Tentei traurig. Er konnte es nicht ertragen seine Tochter weinen zu sehen und erklärte, wenn sie und Hikoboshi weiterhin hart arbeiten würden, wäre es ihnen erlaubt sich einmal im Jahr - in der Nacht des 7. Tages des 7. Monats - zu sehen. In dieser Nacht würde eine himmlische Elster ihre riesigen Flügel ausbreiten und eine Brücke über die Milchstrasse schlagen, die Orihime überqueren könnte, wenn der Himmel klar wäre. Sollte es regnen, würde der Fluss des Himmels zu voll werden, so dass es Orihime unmöglich wäre, ihn zu überqueren, um Hikoboshi zu treffen. 

In dieser Nacht beten die Menschen für einen klaren Himmel, damit sie die Milchstrasse betrachten und sich das sehnsüchtige Treffen der Liebenden vorstellen können. Der Regen, der in der Nacht des 7.7. fällt, hat einen besonderen Namen Sairuiu, 'die Tränen von Orihime und Hikoboshi'.

hanging tanzaku wishes
Aristocratic women hanging tanzaku wishes. Tanabata, by Yoshu Chikanobu, 1885. (Public Domain)

Jedes Jahr am 7. Juli schreiben Menschen in Japan ihre Wünsche auf bunte Papierstreifen, die sie an Bambuszweige hängen, in der Hoffnung, dass ihre Wünsche ebenso wie die Liebe von Orihime und Hikoboshi in Erfüllung gehen. Die Legende von Tanabata ist eine schöne Erinnerung an die Kraft der Liebe und die Bedeutung von harter Arbeit und Hingabe.

ballon flowerTanabata, das japanische Sternenfest, ein Anlass mit besonderer symbolischer Bedeutung wird auch im Ikebana am 7. Juli aufgegriffen. Die Farben Blau und Rosa, die oft in Tanabata-Ikebana-Arrangements verwendet werden, tragen eine tiefgreifende Symbolik und schaffen eine harmonische Atmosphäre, die die Essenz dieses Festes einfängt.

Blau steht in der japanischen Kultur häufig für Ruhe, Gelassenheit und Tiefe. Es symbolisiert den klaren Nachthimmel, unter dem sich die beiden Sternengottheiten Orihime und Hikoboshi einmal im Jahr treffen dürfen. In Ikebana-Arrangements wird Blau oft durch Blumen wie Hortensien oder die japanischen Ballonblumen bzw. auch Glockenblumen repräsentiert, die den friedlichen, träumerischen Charakter des Nachthimmels und die Sehnsucht nach einem Wiedersehen zum Ausdruck bringen.

Rosa hingegen verkörpert Zärtlichkeit, Liebe und Romantik. Es ist die Farbe, die die emotionale Verbindung zwischen den Sternenliebenden Orihime und Hikoboshi symbolisiert. Rosa Blumen wie Platterbsen, Nelken oder Pelargonien werden verwendet, um die zarte und zugleich kraftvolle Energie der Liebe darzustellen, die im Zentrum des Tanabata-Festes steht. Rosa bringt zudem eine sanfte Wärme in das Arrangement, die die Intensität der Gefühle unterstreicht, die dieses Fest so besonders macht.

In Kombination schaffen Blau und Rosa in Tanabata-Ikebana-Arrangements eine perfekte Balance zwischen Ruhe und Leidenschaft, zwischen dem endlosen Warten und dem freudigen Wiedersehen. Diese Farbkombination bringt nicht nur die symbolische Bedeutung des Festes zum Ausdruck, sondern schafft auch eine visuelle Harmonie, die den Betrachter in die mystische und romantische Atmosphäre von Tanabata eintauchen lässt.

tanabata milkyway
Jiyūka: Gypsophila, Hydrangea, Platycodon grandiflorus

 

Oft wird Orihime aber auch in ihrer Weiblichkeit mit der Farbe Rosa dargestellt und Hikoboshi mit der als männlich geltenden Farbe Blau, während die Milchstraße durch weiße Blütenwolken symbolisiert wird, in denen sich die beiden Liebenden treffen können.   

tanabata 8
Jiyūka: Gypsophila, Campanula, Sanguisorba officinalis, Curcuma alismatifolia
tanabata 4
Jiyūka: Gypsophila, Platycodon grandiflorus, Pelargonia, Gentian, Calathea
tanabata 3
Jiyūka: Scabiosa, Lathyrus, Allium, Achillea, Hosta
tanabata 5
Jiyūka: Lathyrus, Platycodon grandiflorus, Daucus carota subsp. carota
tanabata 6
Jiyūka: Lathyrus, Hydrangea, Symphyotrichum ericoides
tanabata 7
Shōka Shimpūtai: Gypsophila, Campanula, Arecaceae